Raue Rampe in Neuhausen (2007)

Fischfreundlicher Umbau zur „Rauen Rampe" – Ehemaliges Wehr in Metzingen-Neuhausen wird für Fische durchgängig

Ende Oktober 2007 beginnen in Metzingen-Neuhausen die rund 90.000 Euro teuren Bauarbeiten zum Umbau des „Neuhauser Wehrs" in eine für Fische überwindbare Raue Rampe. Am kommenden Montag (15.10.07) müssen hierzu die vorhandenen Ufergehölze im Baufeld entfernt werden. Diese notwendigen Vorarbeiten werden vom Betriebshof Kiebingen des Referates „Gewässer Neckar-Bodensee" im Regierungspräsidium Tübingen durchgeführt.

„Nach dem Bau der „Rauen Rampe" bei der Mühlwiesenstraße im Oktober letzten Jahres, ist dies ein weiterer wichtiger Schritt, die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtline für die Erms umzusetzen", erklärte Regierungspräsident Strampfer. „Die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Regierungspräsidium findet hier ihre Fortsetzung."

Stauwehre betrachtet man heute mit besonders kritischem Auge, denn für so typische Fischarten der Erms wie Bachforelle, Schmerle und Mühlkoppe (Groppe), aber auch für viele Kleinlebewesen, werden selbst kleine Sohlabstürze zu unüberwindbaren Hindernissen.

Wie der Namen schon sagt, kann man sich unter einer Rauen Rampe eine mit Steinen besetzte und deshalb extrem raue Fläche vorstellen, deren Neigung den natürlichen Steilstrecken in Gewässern nachempfunden ist.

Anders als Betonabstürze, die immer den ästhetischen Gesamteindruck eines Gewässers stören, passen sich Raue Rampen so gut an das Gewässer an, dass der Gefällesprung für den Betrachter fast nicht mehr zu erkennen ist.

Die Baumaßnahme soll in etwa 6 Wochen abgeschlossen sein.

Raue Rampe NeuhausenSo sah der Sturzviele Jahre aus ...

Einweihung der Rauen Rampe in Metzingen-Neuhausen am 27.02.2008

Der ehemalige Wehrabsturz in der Erms am Neuhäuser Wehr machte es Fischen unmöglich, gegen die Fließrichtung zu schwimmen. Diese Durchgängigkeit ist jedoch von großer Bedeutung für die Erhaltung und Wiederherstellung natürlicher Verhältnisse in Gewässern. „Durch die Erstellung einer sogenannten Rauen Rampe wird die Lebensqualität der Fische in der Erms nun deutlich verbessert" so Baudirektor Lothar Heissel vom Regierungspräsidium Tübingen.

Innerhalb von nur drei Monaten Bauzeit wurde dieses Bauvorhaben in engem Schulterschluss zwischen der Stadt Metzingen, den Anliegern und dem Regierungspräsidium Tübingen realisiert. Ein Höhenunterschied von 2,5 Metern wird nun auf einer Strecke von 60 Metern durch eine mit Steinen besetzte leichte Neigungsfläche überwunden. Die Kosten der Maßnahme in Höhe von 100.000 Euro teilen sich die Stadt und das Land jeweils zur Hälfte, wobei die Mittel der Stadt aus Ausgleichsmaßnahmen genommen wurden.

Oberbürgermeister Dieter Hauswirth ist glücklich über die reibungslose Realisierung des Projekts, wobei er insbesondere seinen Dank an die Erms-Verbund-Arbeitsgruppe (EVA), vertreten durch Herrn Rolf Rickborn richtete. „Engagierte Bürger wie Sie, haben hieran große Verdienste und immer wieder den Finger in die Wunde gelegt, wobei Sie sich selbst rege eingebracht haben“ so der Oberbürgermeister.

Die nun entstandene Raue Rampe ist bereits die zweite in der Metzinger Erms, nach der bereits im Jahr 2006 erstellten in der Mühlwiesenstraße. „Als nächstes soll die Ufermauer an der Ulmerstraße bei Firma Bazlen entfernt werden und durch eine Böschung ersetzt werden. Weiterhin ist vorgesehen, eine ebensolche Rückbaumaßnahme im Bereich der unteren Rietstraße vorzunehmen. Für das Jahr 2009 ist bereits geplant die Durchgängigkeit am bisherigen Freibadwehr durch die Schaffung einer weiteren Rauen Rampe zu ermöglichen,“ wagt Lothar Heissel einen Ausblick in die Zukunft der Gewässerentwicklung an der Erms.

Bei aller Freude über diese guten Fortschritte in Metzingen gibt Rolf Rickborn zu bedenken, dass diese Maßnahmen nichts helfen, so lange die Fische gar nicht erst aus dem Neckar in die Erms gelangen können. Er ist jedoch voller Hoffnung, dass sich auch hier durch die Unterstützung des Arbeitskreis Lebendiger Neckar, vertreten durch Herrn Ewald Rilling bald einiges tun wird. Einstweilen können sich auf jeden Fall die Metzinger Bürger, die Fische hier und der örtliche Naturschutzbund über ein Stück zurückgewonnene Natur in ihrer Umgebung freuen.

Veröffentlichung der Stadtverwaltung Metzingen.

Raue Rampe in Neuhausen...und so nachdem die Hainbuchen gefällt werden mussten.

Raue Rampe in NeuhausenAufwändig wurden tonnenschwere Granitschroppen aus dem Schwarzwald eingebaut.

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