Ortsmitte Neckartenzlingen

Hechtkopf

nennt man in der wasserbaulichen Fachsprache die spitzwinklige Landfläche zwischen Haupt- und Seitengewässer im Einmündungsbereich, die im Grundriss dem Kopfprofil eines Hechtes ähnelt. Daher die Bezeichnung „Hechtkopf“.

Je spitzwinkliger der Hechtkopf ist, um so geringer ist der Einmündungswiderstand und damit der Rückstau in das Haupt- und Seitengewässer. Man spricht dann von einer hydraulisch günstigen Einmündung. Am größten ist der Einmündungswiderstand und damit der Rückstaueffekt, wenn der Zufluss rechtwinklig oder gar gegen die Fließrichtung des Hauptgewässers einmündet.

Der Mündungsbereich ist bei Hochwasser starken Strömungs- und Erosionskräften ausgesetzt und muss deshalb durch wasserbauliche Sicherungsmaßnahmen, wie Steinschüttung oder -pflasterung oberflächig geschützt werden. Zur Einfassung und Stabilisierung des Hechtkopfes wird häufig eine Betonmauer oder eine Stahlspundwand verwendet, die gleichzeitig die Oberflächensicherung begrenzt.

Beispiele für derart gesicherte Hechtköpfe im Landkreis Esslingen sind an der Einmündung von Erms, Lauter und Fils in den Neckar zu finden. An der Lautermündung ist der Rückbau des massiv gesicherten Hechtkopfes geplant. Dort soll anstatt des Hechtkopfes eine flach geneigte Kiesbank entstehen. An der Filsmündung in Plochingen wurde der ebenso hart verbaute Hechtkopf im Rahmen der Landesgartenschau durch eine Steinschüttung ersetzt. Nun überlegt man vor dem Hintergrund der in der WRRL geforderten Durchgängigkeit auch einen Umbau in Neckartenzlingen. Damit könnten in absehbarer Zeit die Fische bis Bad Urach wandern.

Verfasser: Dieter Bayer, RP Stuttgart

20080422-EVA-5A-Dieter BayerDipl.Ing.Dieter Bayer

Neckartenzlingen

Hechtkopf Neckartenzlingen