Ermsrenaturierung in Dettingen an der Erms

Im Rahmen der Landessanierungsprogramm-Maßnahme „Ortsmitte II“ wurde im Frühjahr 2004 damit begonnen, die Ortsmitte in Dettingen an der Erms zu sanieren. Das Sanierungsgebiet umfasste rund 2,7 Hektar. Im Wesentlichen handelte es sich dabei um das Gebiet zwischen Milchgasse, Uracher Straße und Karlstraße. Im Rahmen der Maßnahme wurde auch ein Teilstück der Erms renaturiert. Die Arbeiten dauerten von Frühjahr bis Ende 2004.

Um die Erms wieder erlebbar zu machen, wurde die Uferböschung auf einer Länge von ca. 160 m flacher gestaltet und mit standortgerechten Pflanzen naturnah begrünt. Die Erms wurde beidseitig nach ökologischen Gesichtspunkten gestalterisch aufgewertet und zugleich technisch gegen Hochwasser gesichert.

Das rechte Ermsufer war vor der Maßnahme durch eine 1,20 bis 1,60 m hohe, senkrechte Mauer aus Beton gesichert. Teilweise reichte die Bebauung bis an die Ufermauer, soweit möglich, wurden die Nebengebäude abgebrochen und die Ufermauer gekappt.

Das linke Ermsufer wurde mit einer natürlichen Böschung wieder hergestellt. In diesem Bereich sind auch einige Sitzstufen aus Natursteinquader in die Böschung integriert. Aus Tuffsteinen entstand im flachen Uferbereich eine kreisrunde Aussichtskanzel. Die standortgerechte Bepflanzung mit heimischen Gehölzen und die Einsaat mit Phalaris verhindert die Erosion auch bei Hochwasser.

Die Artenvielfalt der standortgerechten Flora hat sich durch natürliche Sukzession und fachgerechte Pflege bereits deutlich erhöht. Einige Blütenstauden haben sich bereits am Ufer angesiedelt und seltene Vertreter der standorttypischen Ufer-Fauna wie Wasseramsel, Bach-und Gebirgsstelze, Graureiher oder Stockenten können regelmäßig beobachtet werden.

Die Kosten der Ermsrenaturierung beliefen sich auf ca.150.000 €.

Anke Martini
Gemeinde Dettingen

Bild1Vor der Renaturierung   Bild2Während der Arbeiten, Sommer 2004

Bild3Nach Abschluss der Arbeiten, eine schöne Bereicherung für Dettingen an der Erms!