Pegel

Pegel Bad UrachPegel Bad Urach
Pegel Riederich-Dez07Pegel Riederich

Ein Pegel ist ein Messgerät zur Feststellung des Wasserstandes in Flüssen oder Meeren.
Umgangssprachlich wird Pegel eingesetzt

  1. als Kurzbezeichnung für eine Pegelanlage (z.B. "Ich gehe zum Pegel Riederich")
  2. als Kurzbezeichnung für einen Wasserstand (z.B. "Der Pegel in Riederich hat 50cm")
  3. als Kurzbezeichnung für ein Messgerät (z.B. "am Lager sind noch 3 Pegel")

Also sehr universell. Der Wasserstand wird meist in cm angegeben und gibt das Niveau, aber nicht die Wassertiefe an. Addiert man zum Wasserstand den Pegelnullpunkt (PNP), erhält man den Wasserspiegel in m +NN. Der Pegelnullpunkt liegt geringfügig unter dem niedrigsten, über eine lange Zeit gemessenen Wasserstand. Für die Schifffahrt in Flüssen, Seen und Meeren sind die Pegel von großer Bedeutung. Sie sind am Gewässer so anzubringen, dass der Wasserspiegel auch beim Höchststand und Tiefststand des Gewässers noch messbar ist. Vereinzelt dienen mittlere Pegelstände an großen Flüssen als lokaler Höhenbezug - etwa beim Kölner Pegel (Rhein) oder beim Wiener Null (Donaukanal).
An einem Fluss bildet die zuverlässige Erfassung und Auswertung von Wasserständen die Grundlage für die hydrologische Auswertung. Sie dient dem Betrieb, der Unterhaltung und dem Aus- und Neubau der Wasserstraße, zur Steuerung einzelner Anlagen am Fluss, insbesondere der Staustufen mit Wehr und Wasserkraftwerk, der Schifffahrt zur Ermittlung der Fahrwasserverhältnisse und der Disposition der Abladetiefe sowie dem Hochwassernachrichtendienst für die Anlieger, die in bedrohten Gebieten leben, und die Schifffahrt.
Für notwendige Hochwasserwarnungen werden zunehmend automatische Pegelmessstationen entlang von Flüssen aufgestellt, die bei Erreichen einer einstellbaren Warnschwelle Alarm auslösen. Diese Messstellen heißen Aktivpegel. Sogenannte Anrufpegel können bei Bedarf per Telefon von jedermann abgefragt werden und geben den momentanen Wasserstand in cm bzw. Durchfluss in m³/s an. Der Pegel kann an Wasserstraßen, die von Schiffen genutzt werden, als Richtpegel dienen. Die Pegelanlage ist in diesem Fall für einen bestimmten Gewässerabschnitt, der bei Flüssen mit Schleusenanlagen meistens bei einer bestimmten Schleuse liegt, zuständig, wobei an die Endpunkte ein anderer Richtpegel grenzt. Die Wasserstände am Richtpegel haben Einfluss auf die Abladetiefe der Schiffe, die Durchfahrtshöhe von Brücken und die Begrenzung der Schifffahrt bei Hochwasser. Wird am Richtpegel die Hochwassermarke (HSW -Marke, HSW=Höchster Schifffahrtswasserstand) erreicht, beginnen für den entsprechenden
Gewässerabschnitt die ersten Einschränkungen. Dies ist von Gewässer zu Gewässer unterschiedlich und ist abhängig von der Technologie der Schiffe, deren Größe, Geschwindigkeit und Abladetiefe. Es kann aber auch zur Sperrung des betroffenen Abschnittes kommen. Bei Überschreiten der Hochwassermarke II am Richtpegel ist die Wasserstraße für die gesamte Schifffahrt bis auf wenige Ausnahmen gesperrt. Beim Ablauf eines Hochwassers und Unterschreiten der einzelnen Marken werden die Beschränkungen wieder aufgehoben. Beispielsweise liegt die Hochwassermarke I bei Karlsruhe-Maxau bei einem Pegelstand von 620cm, die Hochwassermarke II bei einem Pegelstand von 750cm, während die Dämme am Rhein in der Umgebung für einen Pegelstand von rund neun Meter ausgelegt sind.
Ein Pegel wird durch eine Pegellatte und drei Höhenfestpunkte definiert, mit deren Hilfe die Höhenlage der Pegellatte (Pegelnullpunkt) über Normalnull bezogen wird. Gemessen wird der Wasserstand am Pegel heutzutage mit Hilfe von Schwimmern, Drucksonden, Druckluftwaagen, Radar- und Ultraschallgeräten. Die Messungen werden auf Pegelbögen, einem Bandschreiber und / oder in digitalen Datensammlern im Pegelhäuschen registriert. Manchmal wird der Wasserstand an Pegeluhren angezeigt.
Die Übertragung des Wasserstandes zum Pegelhäuschen kann durch einen Schwimmer mit Seil und Gegengewicht erfolgen, kann aber auch durch Pneumatikpegel, auch Druckluftpegel genannt, erfolgen. Die Wassersäule drückt hierbei in dem Verbindungsschacht oder der Verbindungsleitung (aus PVC) ein Gewicht nach oben. Gleichzeitig steht der Bereich oberhalb des Gewichtes unter Druck, der durch einen Kompressor oder durch Druckluftflaschen erzeugt wird. Die Druckdifferenz betätigt einen mechanischen Schreiber oder steuert einen elektronischen Messwertgeber an, der den Wasserstand aufzeichnet.
Durch einen Winkelcodierer können die Messwerte in digitale Impulse umgewandelt werden, so dass die Daten aus dem Datensammler durch einen Laptop oder per Datenfernübertragung ausgelesen werden können. Die älteste und einfachste Form, den Wasserstand zu messen, geschieht mit einer Pegellatte, die z.B. senkrecht an einem Brückenpfeiler, einer Kaimauer, Schleusenkammer oder einer anderen Mauer befestigt ist. Sie kann aber auch auf dem geneigten Gelände einer Ufer- oder Staudammböschung angebracht sein. Eine Pegellatte ist z.B mit nummerierten schwarzen E-Marken auf gelbem Grund dezimeterweise eingeteilt. Da die Querbalken der E jeweils zwei Zentimeter breit sind und zwei Zentimeter auseinander liegen, ist eine Ablesung auf dieses Maß genau möglich.
Bei geneigten Pegellatten wird die Einteilung entsprechend der Neigung gestreckt. Eine Pegelanlage kann aus mehreren Pegellatten, auch Pegelstaffeln genannt, bestehen.Wenn eine Pegellatte vom Wasser überflutet wird, erfolgt die Ablesung an der nächsten, höher gelegenen Pegellatte. Beim Übergang von der einen zu der anderen Pegellatte sind die Ablesewerte gleich, da sich die Nullpunkte auf gleicher Höhe befinden.
Heute haben fast alle Pegelanlagen mit Pegellatte auch eine Schreibregistrierung. Bei extremen Hochwasserereignissen, wie dem Elbehochwasser 2002, dem Elbehochwasser 2006 und dem Pfingsthochwasser 1999 ist auch heute die Pegellatte ein wichtiges Messinstrument, wenn durch Stromausfall oder Überflutung des elektrischen Pegels keine Aufzeichnungen vorgenommen werden können. Soweit auszugsweise aus Wikipedia und unter Mitwirkung von Anton Waldner vom RP Tübingen. Die beiden obigen Pegel wurden ausgewählt während des Baus der rauen Rampe in M-Neuhausen. Die Wassermenge erreichte am 12.
Dezember 2007 ihren Höchststand. Zu dieser Zeit konnte der Baggerfahrer in der Erms nichts mehr ausrichten. Erfreulicherweise konnten danach keinerlei Schäden festgestellt werden, die Rampe hatte ihre Feuerprobe bestanden. Auffallend ist auch die Ähnlichkeit der Kurven. Die Wassermenge wird durch keine Zuflüsse zwischen Bad Urach und Riederich wesentlich verändert.

Rolf Rickborn