Der Weg der Erms

Der Ermsursprung befindet sich in der Bad Uracher Teilgemeinde Seeburg, in der so genannten "Trailfinger Schlucht". Als Ermsquelle bezeichnet man den Wasseraustritt im Stausee der Wasserkraftanlage der Stadtwerke Münsingen. (T52)

Das Einzugsgebiet beträgt ca.40 km². Die Gesamtschüttung zeichnet sich durch große Ausgeglichenheit aus, mit einem hohen Anteil langfristiger Quellschüttung (puffernde Wirkung des Tiefen Karstes).
Die niedrigste gemessene Schüttung lag bei NNQ 65 l/s, die größte Schüttung bei HQ 750 l/s.

In Seeburg mündet von Osten her der Fischbach in die Erms. Auf ihrem Weg talabwärts nach Bad Urach führt die Erms über sieben Gefällestufen, die sich aus Kalktuff gebildet haben. Am Fuße dieser Kalktuffbarrieren, sowie entlang des steilen Talrandes treten zahlreiche Quellen aus die ihr Wasser in die Erms speisen.

Einige dieser Quellen, sowie das "reichhaltige" Grundwasservorkommen werden über Quellfassungen und Brunnenbohrungen zur Trinkwassergewinnung genutzt. Als wichtigste sind hierbei zu erwähnen:

  • Siebenbrunnenquelle im Fischburgtall
  • Schnitzerbrunnen Wasserversorgung Albgruppe XIII
  • Forstbrunnen unterhalb Wasserwerk Engel
  • Brunnen II und III der Stadtwerke Bad Urach

 

Im Bereich der ehemaligen Spinnerei Leuze und der Pumpenfabrik Urach treten weitere Quellen aus. In ihrem weiteren Verlauf durch das Stadtgebiet von Bad Urach teilt sich die Erms in den so genannten 3/8- und 5/8 Kanal. Vom 5/8 Kanal zweigt noch der Mühlkanal ab. Die Kanäle verlaufen teilweise verdolt, grob von Südost nach Nordwest durch die Innenstadt von Bad Urach. Am nördlichen Innenstadtrand vereinigt sich dann der 3/8-Kanal mit der Elsach und anschließend münden auch wieder der Mühlkanal und der Rest des 5/8-Kanals in das Gewässer.

Ab dem Zufluss des 3/8 Kanals und der Elsach (beim Gross-Areal) ist die Erms ein Gewässer 1.Ordnung d.h. in der Zuständigkeit des Landes Baden-Württemberg, vertreten durch das Regierungspräsidium Tübingen.

Im Stadtgebiet, sowie im Kurpark fließen noch weitere kleine Brunnen und Quellschüttstränge zu. Unterhalb des Kurgebietes mündet dann der Brühlbach in die Erms. Er bringt das Wasser des Uracher- und Gütersteiner Wasserfalles, sowie der Quellen im Maisental mit sich.

Verfasser: Adreas Streble, Bad Urach


 

Die Quelle der Erms befindet sich bei Seeburg, einem Ortsteil von Bad Urach auf einer Höhe von 616,5 m ü.M. Bis zum Gross-Areal in Bad Urach ist sie ein Gewässer zweiter Ordnung (G 2.O) mit einer Länge von 10,8 km. Die Mündung erreicht sie nach weiteren 20,28 km als Gewässer erster Ordnung (G 1.O.) unter der Obhut des Landes.

Neben dem Flusslauf der Erms nach Bad Urach verläuft die B 465 von Münsingen kommend. Zahlreiche Kraftwerke zeugen von der intensiven Nutzung seit Jahrhunderten.

Am Kurpark in Bad Urach befindet sich der Pegel auf 425,08 m ü. NN. Nun sind 190 Höhenmeter überwunden. Bis zum Pegel Riederich sind es noch mal 107 Höhenmeter. Von hier sind es noch 17,5 km bis zur Mündung in den Neckar.

Nun weitet sich das Ermstal. Durch eine schöne Wiesenaue fließt sie, um (im Dunkel) unter der Papierfabrik hindurch und durch Dettingen und Neuhausen nach Metzingen zu kommen. Immer ist sie von der B28 aus erreichbar. Durch die Bebauung stark eingeengt fließt sie schnell. Nun taucht sie in das Dunkel unter dem GV-Areal und fließt in tiefer Nacht bogenförmig unter dem Holder-Areal. Ihr schlimmstes Stück ist überwunden.

Nach dem Industriegebiet von Metzingen durchquert sie Riederich. Dort befindet sich der amtliche Pegel auf einer Höhe von 318,4 m ü.M. Entlang der B 312 fließt sie (in einen anderen Landkreis) durch Bempflingen, um letztlich in Neckartenzlingen den Mündungsbereich auf einer Höhe von 285,0 m ü.M. und nach 31,08 km Länge zu erreichen.
331,5 m höher lag ihre Quelle. Hier mündet die Erms in den Neckar.

Heute sind die unteren Wasserbehörden an den Landratsämtern für die Erms zuständig.
Landratsamt Reutlingen und Regierungspräsidium Tübingen teilen sich für 26,86 km die Aufgabe mit dem Landratsamt Esslingen und dem Regierungspräsidium Stuttgart mit 4,22 km Flusslänge.